gegenwärtige leiden setzen mir wenig zu: mit jenen, die ich schon verspüre, werde ich leicht fertig, nicht aber mit jenen, die ich fürchten muss. meine erhitzte phantasie verbindet sie zu immer grausigeren gebilden, dreht und wendet sie, erweitert sie, vergrößert sie. wenn ich sie zu erwarten habe, quält mich dies hundertmal mehr, als wenn sie eingetroffen sind, und die drohung erscheint mir viel entsetzlicher als der schlag selber. ist ein übel da, lässt die wirkliche erfahrung alles von ihm abfallen, was die phantasie hinzugetan hatte, und führt es auf sein wahres maß zurück.

jean-jacques rousseau, träumereien eines einsamen spaziergängers, 1782